Kour Pour: Polypainting

by GNYP Gallery

GNYP Gallery is delighted to present the second solo exhibition of the Los Angeles based artist Kour Pour. The nexus of the artist’s various bodies of work lies in his reference to specific art making practices located between different global geographies and points in time. Existing series have referenced the visual languages of Persian carpets, Japanese prints and American abstract painting. The works in the new exhibition Polypainting, take their formal structures from the tradition of Persian miniature paintings, which are in themselves an amalgamation of influences and styles from multiple cultures.

In each of the six paintings displayed, different themes are addressed from migration to spirituality, identity and colonialism. This is achieved through the artist’s selection of images and symbols from different locations, time periods and cultures, which are collected from books, old catalogues and websites. Using a framework typical of a Persian miniature painting, these images are organized or collaged in Photoshop to create playful and dynamic compositions of disparate motifs. The paintings are carefully prepared then silkscreened and hand painted in multiple layers. The silkscreen printed sections have a digital or pixelated quality, while the meticulous hand painting is reminiscent of traditional miniature painting. The artist then finishes each work by sanding the surface to look and feel worn or antiqued.

In another body of work exhibited, Geometric Paintings, the artist silk-screened images appropriated from pages of Persian miniature paintings from the well known Shahnameh, the Persian Book of Kings, written by the 11th century poet Firdausi about Iran’s mythical and pre-islamic history. Pour painted sections of the text out with blocks of colour, which disrupts the reading of the story and at the same time redacts the written farsi, for those who can read it. For those who cannot, the different blocks of colour play off of each other in a way that is reminiscent of minimal geometric abstraction, a style that is highly celebrated in Western art. For Pour, appropriation and the application of multiple visual languages highlights the influences of one culture on another, as well as the tendency to observe the world through inherited concepts of taste based on each viewer’s personal history and identity.

Polypainting represents a shift from looking at histories as linear and stagnate, to a globally inclusive perspective of culture that branches out in every which direction. Through the combination of art historical and cultural styles, to the different speeds of paint application by hand or printmaking, the use of technology to gather and organize images, and the way the paintings visually keep the eye moving around the surface, these works carry with them the feeling of a cosmopolitan existence.

GNYP Gallery freut sich, die zweite Einzelausstellung des in Los Angeles lebenden Künstlers Kour Pour zu präsentieren. Die Verbindung der mannigfaltigen Werke seines Œuvres liegt in seinem Verweis auf spezifische Kunstpraktiken, die zwischen verschiedenen globalen Geografien und Zeitpunkten angesiedelt sind. Bestehende Serien haben auf die Bildsprache persischer Teppiche, japanischer Drucke und abstrakter amerikanischer Malerei verwiesen. Die Werke der neuen Ausstellung ‚Polypainting‘ beziehen ihre formalen Strukturen aus der Tradition der persischen Miniaturmalerei, die in sich selbst eine Verschmelzung von Einflüssen und Stilen vielfältiger Kulturen darstellt.

In jedem der sechs ausgestellten Gemälde werden verschiedene Themen von Migration über Spiritualität und Identität bis hin zu Kolonialismus angesprochen. Dies wird durch die Auswahl des Künstlers von Bildern und Symbolen verschiedener Orte, Zeitabschnitte und Kulturen erreicht, die aus Büchern, alten Katalogen und Websites zusammengetragen wurden. Unter Verwendung eines für die persische Miniaturmalerei typischen Rahmens werden diese Bilder in Photoshop organisiert oder collagiert, um spielerische und dynamische Kompositionen mit verschiedenartigen Motiven zu schaffen. Die Bilder werden sorgfältig vorbereitet, dann mittels Siebdruck bearbeitet und in mehreren Schichten von Hand bemalt. Die im Siebdruckverfahren gedruckten Ausschnitte haben eine digitale oder verpixelte Qualität, während die akribische Malerei von Hand an die traditionelle Miniaturmalerei erinnert. Der Künstler beendet dann jedes Werk, indem er die Oberfläche abschleift, um abgenutzt oder antik auszusehen und sich anzufühlen.

In einer anderen ausgestellten Werkgruppe, ‚Geometric Paintings‘, hat der Künstler Bilder im Siebdruckverfahren hergestellt, die er sich von der persischen Miniaturmalerei aus dem bekannten Schahnameh, dem persischen Buch der Könige, angeeignet hat, welches der Dichter Firdausi im 11. Jahrhundert über die mythische und vorislamische Geschichte des Iran geschrieben hat. Pour malte Teile des Textes mit Farbblöcken aus, was die Lektüre der Geschichte stört und gleichzeitig das geschriebene Farsi für diejenigen, es sie lesen können, redigiert. Für diejenigen, die es nicht können, spielen die verschiedenen Farbblöcke einander in einer Weise aus, die an minimale geometrische Abstraktion erinnert – ein in der westlichen Kunst hoch geschätzter Stil. Für Pour verdeutlichen die Aneignung und Anwendung vielfältiger visueller Sprachen die Einflüsse von einer Kultur auf eine andere, sowie die Tendenz, die Welt durch vererbte Geschmackskonzepte zu beobachten, die auf der persönlichen Geschichte und Identität jedes einzelnen Betrachters basieren.

‚Polypainting‘ repräsentiert eine Verschiebung von der Betrachtung der Geschichte als linear und stagnierend hin zu einer global umfassenden Perspektive von Kultur, die sich in alle möglichen Richtungen verzweigt. Durch die Kombination von kunsthistorischen und kulturellen Stilen, die unterschiedliche Geschwindigkeit des Farbauftrags von Hand oder durch Druckgrafik, den Einsatz von Technologie zum Sammeln und Organisieren von Bildern, und durch die Art und Weise, wie die Gemälde das Auge visuell auf der Oberfläche in Bewegung halten, tragen diese Werke das Gefühl einer kosmopolitischen Existenz mit sich.