Zachary Armstrong

by Jeni Fulton

Zachary Armstrong’s works hark to a childhood creative Elysium. The 32-year old artist, who lives and works in Dayton, Ohio uses children’s drawings, both of his own making, and of his friends as the base for his large-scale encaustic works. For this particular exhibition, his first solo at GNYP gallery, surrealistic, figurative encaustic and oil works of monstrous faces abut with wood and encaustic sculptures of fish. Crooked teeth, multiple eyes, distorted features assault the visitor in a parade of the absurd. “I have never felt more of an artist than I did when I was nine years old, drawing with my friend Keith,” the artist says – and the namesake series “Crown for Keith” is based on a drawing this friend made as a seven year old. “All the best drawings I did when I was young, I didn’t overthink everything, ” he says. His aim is to build on these drawings, to give them an adult life. “When you’re a child, you draw sinister subjects, monsters – its about the possibilities you have with eyes, with the features – much more space for imagination and creativity.”

Armstrong works and reworks the motifs, aiming to exhaust the image, experimenting with scale and technique. He likens his approach to Andy Warhol’s serialism, stating that the repetition of the same motif enables him to exhaust the pictorial possibilities inherent in the subject. Thus reworked, the images rid themselves of notions of the original, an involuntary negation of Modernist questions of artistic originality. As the artist has said “I don’t make anything up.” Yet via the use of colour, via the mutation – he alters the naïve motifs, replacing features with objects, so that mouths are detourned as fish or socks – imbues the images with significance above and beyond the Art Brut of children’s art. He envies the naïve freedom children have in their creative processes, as soon as art is made for public display and sale, self-criticism and self-doubt restrained him from being entirely free in his subject choice.

Armstrong’s choice of encaustic as dominant medium also owes a debt to his subject-matter, choosing the imprecise, fuzzy impression of lines fused via layers of wax melted together over the hard outlines of oil or acrylic paint. The shifting layers are treated like clay, lending the work a sculptural aspect, and Armstrong uses pottery tools on the wax.

A final element of the exhibition are the fish, a recurring motif originating with the piece “Crown for Charlie,” where the artist replaced a monstrous mouth with a fish, then developed the motif over a series of sculptures. They are intended as counter-point to the darkness of the encaustic images.

Of course one could imbue this appropriation of childhood monsters with a Jungian reading, an expression of the surpressed inner demon: Armstrong often refers to his works as ‘frightening’, given their subject matter and scale. But that would be to misconstrue the artist’s intentions: he has no recollection of the original motif, and to him, monsters are simply one of the more interesting, original subjects for children to draw, and therefore, for him to appropriate in his mature practice.

Zachary Armstrongs Werke erinnern an ein kreatives Elysium aus der Kindheit. Der 32-jährige Künstler, der in Dayton, Ohio, lebt und arbeitet, verwendet Kinderzeichnungen als Grundlage für seine großformatigen Enkaustik-Arbeiten, die sowohl von ihm selbst als auch von seinen Freunden stammen. Für diese spezielle Ausstellung, seine erste Solo-Show in der GNYP Gallery, stoßen surrealistische, figurative Enkaustik- und Ölarbeiten von monströsen Gesichtern mit Holz und enkaustischen Fischskulpturen zusammen. Schiefe Zähne, mehrere Augen und verzerrte Gesichtszüge bestürmen den Besucher in einer Parade des Absurden. „Ich habe mich nie mehr als Künstler gefühlt, als ich neun Jahre alt war und mit meinem Freund Keith zeichnete“, sagt der Künstler – und die namensgebende Serie ‚Crown for Keith‘ basiert auf einer Zeichnung, die dieser Freund als Siebenjähriger anfertigte. „Bei all’ den besten Zeichnungen, die ich gemacht habe, als ich jung war, habe ich nicht über alles nachgedacht“, sagt er. Sein Ziel ist es, auf diesen Zeichnungen aufzubauen, ihnen ein Erwachsenenleben zu geben. „Wenn man ein Kind ist, zeichnet man unheimliche Themen, Monster – es geht um die Möglichkeiten, die man mit den Augen, mit den Gesichtszügen hat – viel mehr Raum für Phantasie und Kreativität.“
Armstrong arbeitet und überarbeitet die Motive, um das Bild auszuschöpfen und mit Maßstab und Technik zu experimentieren. Er vergleicht seine Herangehensweise mit Andy Warhols Serialismus, und erklärt, dass die Wiederholung desselben Motivs es ihm ermöglicht, die dem Thema innewohnenden bildnerischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Auf diese Weise überarbeitet, befreien sich die Werke von der Vorstellung des Originals – eine unwillkürliche Negation der modernistischen Fragen der künstlerischen Originalität. Wie der Künstler sagt: „Ich erfinde nichts.“ Doch durch den Einsatz von Farbe, durch die Mutation – verändert er die naiven Motive, ersetzt Merkmale durch Gegenstände, so dass Münder zu Fischen oder Socken werden – und verleiht seinen Arbeiten eine Bedeutung, die weit über die Art Brut der Kinderkunst hinausgeht. Armstrong beneidet die naive Freiheit, die Kinder in ihren kreativen Prozessen haben, sobald Kunst für die Öffentlichkeit und den Verkauf geschaffen wird, denn Selbstkritik und Selbstzweifel hinderten ihn daran, in seiner Themenwahl vollkommen frei zu sein.
Armstrongs Wahl der Enkaustik als dominierendes Medium ist auch seinem Bildthema zu verdanken, indem er den unpräzisen, verschwommenen Eindruck von Linien wählt, die über den harten Konturen von Öl- oder Acrylfarbe zu Wachsschichten verschmolzen sind. Die sich verschiebenden Schichten werden wie Ton behandelt, was dem Werk einen skulpturalen Aspekt verleiht. Zur Bearbeitung des Wachses verwendet Armstrong Keramikwerkzeuge.
Ein finales Element der Ausstellung sind die Fische, ein wiederkehrendes Motiv, das seinen Ursprung in der Arbeit „Crown for Charlie“ hat, bei welcher der Künstler einen monströsen Mund durch einen Fisch ersetzte und das Motiv dann durch eine Reihe von Skulpturen entwickelte. Sie sind als Kontrapunkt zur Dunkelheit der Enkaustik-Bilder gedacht.
Natürlich könnte man diese Aneignung von Monstern aus der Kindheit mit einer Jungianischen Lesart versehen – ein Ausdruck des unterdrückten inneren Dämons: Armstrong bezeichnet seine Werke angesichts ihres Themas und ihres Maßstabs oft als „beängstigend“. Dies jedoch wäre eine Fehlinterpretation der Intention des Künstlers: Er hat keine Erinnerung an das ursprüngliche Motiv, für ihn sind Monster einfach eines der interessanteren, originelleren Themen von Kindern beim Zeichnen, deswegen eignet er es sich in seiner erwachsenen Praxis an.